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KI im Wealth Management: Produktivität steigern und Risiken beherrschen

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Eine Studie von Accenture ergab, dass „9 von 10 Finanzberatern glauben, dass KI ihnen helfen kann, ihr Kundenportfolio organisch um mehr als 20 % zu vergrössern“.

Doch die Frage ist: Wie wird sich die Wirkung auf das Wealth Management konkret entfalten?

Vor einigen Jahren wurde viel Aufhebens um Robo-Advisors gemacht – manche sagten voraus, sie würden menschliche Berater in bestimmten Situationen ersetzen. Einige Jahre später zeigt sich, dass die Realität ganz anders aussieht. Robo-Advisors und ähnliche Tools werden zwar ihren Platz im Wealth Management haben, ihre Wirkung wird sich aber stets unterstützend und an der Seite menschlicher Expertise entfalten.

KI im Wealth Management

Bei Trends (wie bei Robo-Advisors) lässt sich manchmal schwer sagen, ob es sich um eine Modeerscheinung handelt oder ob sie bleiben. Bei KI – insbesondere bei generativer KI – sieht es so aus, als sei die Technologie gekommen, um zu bleiben.

Nahezu alle traditionellen Ansätze der Branche können auf die eine oder andere Weise beeinflusst oder verbessert werden.

Ob bei der Bewertung finanzieller Risiken, der Anlageberatung, der Erkennung verdächtiger Aktivitäten oder bei der Unterstützung von Finanzplanung und strategischen Entscheidungen: KI-gestützte Erkenntnisse werden die Leistung mit Sicherheit verbessern.

Auch auf Kundenseite sind die Erwartungen hoch: 68 % der Anleger erwarten, dass ihre digitalen Erlebnisse mit denen führender Technologieunternehmen mithalten. Das wird zwangsläufig das Kundenverhalten prägen und den Bedarf an KI weiter erhöhen.

Das heisst nicht, dass menschliche Berater ersetzt werden. Der Trend geht vielmehr zum Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz, wobei KI auf riesige Datenmengen zurückgreifen kann, um die Verbindungen zwischen menschzentrierten Prozessen herzustellen.

Für Berater bedeutet das, dass sie weniger Routineaufgaben erledigen müssen. So können sie sich viel stärker auf die menschliche Seite ihrer Arbeit konzentrieren – und gleichzeitig ihre Effizienz erheblich steigern.

Um dieses Erlebnis zu erreichen, gilt es, die Vermögensberater zu stärken.

Anwendungsfälle generativer KI für Vermögensverwalter

Welche Anwendungsfälle zur Effizienzsteigerung wird es geben?

Kunden-Onboarding

Das Kunden-Onboarding ist bei Vermögensverwaltern oft ein Reibungspunkt in der Customer Journey – und ein besonders wichtiger, da er so früh in der Kundenbeziehung liegt. Es gibt KI-Tools, die diesen Prozess effizienter und reibungsloser gestalten.

Automatisierte Sicherheitsprozesse

So können beispielsweise KI-gestützte Prozesse für Know Your Customer (KYC) und die Bekämpfung der Geldwäscherei (AML) die Identitätsprüfung und die Betrugserkennung automatisieren.

Das schafft nicht nur eine zusätzliche Sicherheitsebene und senkt die Compliance-Risiken für das Unternehmen, sondern sorgt auch für eine reibungslosere Journey für den Kunden.

Dokumentenverarbeitung und Reporting

Laut einem Bericht der BCG haben KI-Tools den Zeitaufwand für die Prüfung von Unterlagen um 50 % reduziert. Möglich machen das automatisierte Tools für Dokumentenverarbeitung und Reporting, die datenbasierte Erkenntnisse aus Finanzberichten, Verträgen und Vorschriften gewinnen. Das erleichtert Beratern Routineaufgaben beim Onboarding und darüber hinaus erheblich. Über die reine Unterstützung bei administrativen Aufgaben hinaus kann dies auch wesentlich zu fundierten Anlageentscheidungen beitragen.

Schneller Zugang zu Beratungswissen

Generative KI entfaltet ihre grösste Wirkung, wenn sie richtig auf ein Unternehmen abgestimmt ist. Da sie auf das Large Language Model des Vermögensverwalters zurückgreifen kann, sind die Antworten äusserst präzise.

Das ist besonders nützlich, wenn Sie in einem Echtzeit-Messaging-Gespräch spontan beraten.

Statt Zeit mit dem Durchsuchen der Wissensdatenbank zu verbringen, können Finanzberater Informationen sofort abrufen. Das funktioniert ähnlich wie ein Chatbot-Sidekick – mit dem Unterschied, dass Berater die Empfehlung prüfen und bearbeiten können, bevor sie sie an den Kunden senden.

Effizientere Berater

Die vielleicht wichtigste Rolle von KI bei Vermögensverwaltern ist die Steigerung der Effizienz. Mit KI erhalten Berater schnellen Zugang zu Finanzberatung in Echtzeit – sei es über KI-gestützte Chatbots, Beratungsmodelle, effizientere Risikomanagement-Strategien oder Weiteres.

Richtig eingesetzt, kann KI in der Summe erhebliche Effizienzgewinne bringen. Unsere eigenen Zahlen zeigen, dass allein die Einführung KI-gestützter Text- und Messaging-Services die Effizienz der Berater um 25 % steigern kann.

Eine andere Quelle stellte fest, dass „77 % der Vermögensverwalter deutliche Verbesserungen bei der Entscheidungsfindung verzeichnen, indem sie mit Predictive Analytics Echtzeit-Erkenntnisse nutzen, um Kundenbedürfnisse besser vorherzusehen und ihre Strategien zu optimieren“.

Proaktive Kontaktaufnahme

Laut Accenture möchten 39 % der Kunden proaktiv von ihren Beratern hören. Umgekehrt sollte es genauso sein – Berater sollten sich stärker darum bemühen, mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Es hat sich gezeigt, dass die Häufigkeit von Kundeninteraktionen erhebliche und weitreichende Vorteile für Berater hat – vom Vertrauensaufbau bis zum Wachstum der verwalteten Vermögen (AUM).

Eine Kombination aus generativer KI und interner Organisation erleichtert Vermögensverwaltern die proaktive Kontaktaufnahme.

Indem Berater bestehende oder potenzielle Kunden nach Bedürfnissen, Interessen oder anderen Faktoren kennzeichnen, können sie mit minimalem Aufwand Nachrichten – von generativer KI erstellt und vom Berater bearbeitet – an die richtigen Personen senden.

Hochwertige Kundenbetreuung

Häufigere Interaktionen und eine bessere Organisation nützen wenig, wenn der Berater dem Kunden keine hochwertige Beratung oder passende Finanzprodukte bieten kann.

Auch hier kann KI helfen: Sie liefert ein breiteres Spektrum an hyperpersonalisierten Empfehlungen zu Beratung und Produkten – auf Basis von Markttrends ebenso wie des individuellen Verhaltens, der Portfolioentwicklung und anderer Lebensereignisse.

Neben fundierten Erkenntnissen erreichen die Tools ein hohes Mass an Raffinesse bei der Finanzplanung und anderen Kundenservices, sodass Berater ihre Strategien effizienter verfeinern können. Besonders beeindruckend ist die Feinheit der neuen Tools, denn die von KI generierten Erkenntnisse waren für Berater bisher oft zu komplex, um sie anzuwenden. Insgesamt gaben 55 % der Berater an, die prädiktiven Erkenntnisse seien zu undurchsichtig, um sie anzuwenden. Mit fortschrittlicherer Technologie können Berater nun 58 % ihrer Zeit für die Arbeit mit Kunden aufwenden.

Bessere Kommunikation

Mehr Kontaktbemühungen führen – gut umgesetzt – zu mehr Kontakt mit den Kunden. Und das bedeutet mehr Meetings. Laut Accenture wünschen sich 28 % der Kunden sogar mehr Meetings mit ihren Vermögensverwaltern, als sie derzeit haben. Und KI macht diesen Prozess einfacher als je zuvor.

Wie kann sie helfen?

Kundenstimmung. Stellen Sie sich vor, Sie übernehmen einen Kunden von einem Kollegen und möchten wissen, wie Sie das Meeting angehen sollen. Auf Basis früherer Interaktionen und des Kundenfeedbacks kann der Berater im Agent Desk einen KI-generierten Zufriedenheitswert des Kunden abrufen und so das beste Vorgehen bestimmen.

Sprachbarrieren. Spricht Ihr Kunde eine andere Sprache als Sie, kann KI mit übersetzten Untertiteln in Echtzeit dafür sorgen, dass das Gespräch vorankommt.

Meeting-Notizen. Nach einem Gespräch mit dem Kunden erhalten Sie automatisch erstellte Meeting-Notizen, die Sie bearbeiten und später durchsuchen können.

Gesprächszusammenfassungen. Berater erhalten eine kurze, KI-generierte Zusammenfassung des Besprochenen – besonders nützlich bei langen Meetings.

Offene Aufgaben. Ist im Meeting etwas aufgekommen? Die KI erkennt, wenn Aufgaben später erledigt werden müssen, und erstellt automatisch ein To-do.

Herausforderungen mit generativer KI meistern

Ob ChatGPT, Gemini oder die neue chinesische KI DeepSeek – rund um den Einsatz dieser Technologie gibt es zweifellos Bedenken.

Sicherheit und Datenschutz

Die grössten Herausforderungen betreffen oft Sicherheit und Datenschutz. Das ist nicht überraschend. Eine Forrester-Umfrage ergab, dass Führungskräfte im Bankensektor die Sicherheit als grösstes Hindernis für die digitale Transformation betrachten, und 4 % der Sicherheitsverantwortlichen im Finanzbereich erleben innerhalb eines Jahres mindestens einen Ransomware-Angriff.

Für jedes Finanzinstitut sollte dies oberste Priorität haben, ohne den Fortschritt zu blockieren. Im Wealth Management sollten die Tools im Rahmen einer übergreifenden Unternehmensstrategie eingesetzt werden – mit Sicherheitsmechanismen, die im vom Sicherheitsteam genehmigten Plan verankert sind. Vermeiden sollte man, dass Berater generative KI-Tools eigenmächtig und ohne vorherige Genehmigung nutzen, da dies zu Datenlecks oder anderen Problemen führen kann.

Wealth Management und der AI Act

Eine weitere häufige Herausforderung im Wealth Management ist die Regulierung. Wenn rechtliche Rahmenbedingungen in Kraft treten, insbesondere auf europäischer Ebene, herrscht oft die Wahrnehmung, sie würden Innovation bremsen. Der im Juni 2024 eingeführte AI Act bemüht sich jedoch gezielt darum, dass das Gegenteil der Fall ist.

Der Act soll nicht nur „harmonisierte Vorschriften für künstliche Intelligenz festlegen“ und frühere KI-bezogene Regelungen ändern, sondern dies auch mit einem „zukunftssicheren Ansatz, der es ermöglicht, die Vorschriften an den technologischen Wandel anzupassen“, tun.

Dieser Ansatz ist tatsächlich ein grosser strategischer Vorteil für den Finanzsektor, auf den der Act im Vergleich zu anderen Branchen stark Bezug nimmt. Der Gesetzgeber wollte doppelte Arbeit vermeiden – insbesondere in gut regulierten Branchen wie dem Finanzwesen –, sodass bestehende Vorschriften angewendet werden können.

Natürlich kann es Lücken geben, und eine sorgfältige Prüfung ist stets erforderlich, um die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen – doch geht es eher darum, bestehende Prozesse anzupassen, als das Rad neu zu erfinden.

Wie sollten Unternehmen KI einführen?

Der Grundgedanke ist, dass KI dem Menschen dienen soll und nicht umgekehrt. Das erfordert eine aktive Beteiligung des Menschen. Deshalb konzentrieren sich viele der KI-Vorgaben des Acts auf Transparenz.

Doch auch das kommt dem Wealth Management zugute, wo der Fokus auf dem Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz liegt – und nicht auf dem Vorrang der einen vor der anderen.

Menschliche Aufsicht über alle KI-Tools fördert die Transparenz und minimiert zugleich die Risiken, die häufig mit der Technologie verbunden sind.

Risikomanagement mit KI

Potenzielle Risiken wird es im Wealth Management immer geben, besonders wenn KI im Spiel ist. Dennoch gibt es keinen Grund, deswegen Innovation zu bremsen. Der beste Ansatz für das Risikomanagement mit KI besteht darin, sie stets in menschzentrierte Prozesse mit hoher Aufsicht einzubetten und gleichzeitig die Effizienz zu steigern.

Nehmen wir zum Beispiel Kundenportfolios. KI-gestützte Tools allein sollten keine Entscheidungen über Portfolios treffen – doch als fortschrittliches Werkzeug zu deren Verwaltung sind sie hervorragend geeignet. Berater und Vermögensverwalter können je nach persönlichen Präferenzen, Risikotoleranz und weiteren Kriterien des Kunden eine Reihe vordefinierter Regeln festlegen. Anschliessend prüfen sie die Empfehlungen, um das beste Vorgehen für den Kunden zu bestimmen.

Tatsächlich sehen Berater und Vermögensverwalter das grösste Wirkungspotenzial unter anderem bei der Alpha-Generierung, die höhere Renditen ohne zusätzliches Risiko anstrebt.

Der Weg ist frei – Zeit, KI im Wealth Management zu nutzen

Fast ein Jahrzehnt lang zögerten stark regulierte Branchen, Cloud-Technologie einzusetzen. Nicht wegen der Technologie selbst oder aus Sorge um die Datenspeicherung, sondern weil die Gesetzgebung lange auf sich warten liess und Unternehmen nicht absehen konnten, was erlaubt sein würde und was nicht.

Mit dem AI Act wird deutlich, dass die EU alles daransetzt, Innovation in diesem Bereich zu fördern – und Vermögensverwalter sollten dieses Potenzial nutzen. Der Act setzt zwar Grenzen, und weitere Gesetze – etwa die geplante KI-Haftungsrichtlinie – werden Herausforderungen mit sich bringen, doch insgesamt sind das spannende Neuigkeiten für die Branche.

Ob bei der operativen Effizienz, der Kundeninteraktion oder der Kundenbindung: Die Anwendungsfälle für KI sind schon heute überzeugend und werden noch stärker werden. Bereits jetzt können sie die Produktivität der Berater steigern und das Kundenerlebnis deutlich verbessern.

Viele Unternehmen erkennen diese Chance, ergreifen sie und gestalten damit die Zukunft des Wealth Managements und des Finanzsektors. Wer aus Angst oder Unentschlossenheit zögert, wird es schwer haben, das gleiche Mass an Produktivität und Geschäftswachstum zu erreichen.

Morgen könnte es zu spät sein. Jetzt ist die Zeit, KI zu nutzen.

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Frequently asked questions

Wie schneiden Robo-Advisors im Vergleich zu menschlichen Beratern im Wealth Management ab?

Robo-Advisors eignen sich gut zur Automatisierung der Portfolioallokation und einfacher Anlageaufgaben, doch ihnen fehlen Empathie, Urteilsvermögen und das Vertrauen, die bei komplexen Finanzentscheidungen mit hohem Einsatz erforderlich sind. Menschliche Berater bleiben für ein beziehungsorientiertes Wealth Management unverzichtbar. CMB Monaco hat dies bekräftigt, indem die Bank sichere digitale Kommunikation als beratergeführten Premium-Kanal positioniert und eine Nutzungsquote von 60 % für sichere Kanäle anstrebt. Mit den beraterzentrierten Collaboration-Tools von Unblu verbinden Unternehmen Automatisierung mit vertrauensvoller persönlicher Beratung.