Nach einer zweijährigen Pause aufgrund der Pandemie war es eine Freude, letzten Monat im Namen von Unblu an die Building Societies Annual Conference zurückzukehren, die diesmal in Liverpool stattfand. Als Aussteller freuten wir uns über die Gelegenheit, Vertreterinnen und Vertreter von Building Societies und anderen genossenschaftlichen Finanzinstituten zu treffen und über die aktuelle Lage und die Herausforderungen rund um das Mitgliedererlebnis zu sprechen.
Die von der Building Societies Association organisierte Veranstaltung bot zudem ein lebendiges Forum für Gespräche über Themen, die für Building Societies und ihre Mitglieder relevant sind. Im britischen Markt ist dies ein bedeutender Sektor: Genossenschaftliche Finanzdienstleister betreuen landesweit 25 Millionen Kunden und verwalten gemeinsam Vermögenswerte von 477 Milliarden Pfund. Vor dem Hintergrund der Krise der Lebenshaltungskosten war es der richtige Zeitpunkt, die Branche zusammenzubringen und zu hören, was Expertinnen und Experten zum Thema finanzielle Inklusion zu sagen hatten.
Wir hatten das Privileg, von namhaften Persönlichkeiten aus dem Building-Society-Umfeld zu hören, beginnend mit der Begrüssung durch Mark Bogard, Chair der Building Societies Association. Die Veranstaltung bot Vorträge aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln, unter anderem von Geschäftsführenden, Tech-Führungskräften, erfahrenen Fachleuten aus Building Societies, Finanzjournalisten und Wissenschaftlern.
Diese Bandbreite an Expertise war wertvoll, um die Kräfte zu verstehen, die Building Societies und genossenschaftliche Finanzdienstleistungen heute prägen – doch fünf Kernbotschaften sind mir besonders aufgefallen.
Die Krise der Lebenshaltungskosten
Durch die vielen Diskussionen an der diesjährigen BSA-Konferenz zog sich ein klarer roter Faden: die Krise der Lebenshaltungskosten, mit der heute viele Menschen in Grossbritannien konfrontiert sind. Daraus ergibt sich eine besondere Verantwortung für den Building-Society-Sektor – der weniger gewinnorientiert ist als Retailbanken –, gegenüber Kreditnehmern wie Sparern das Richtige zu tun. Bei steigenden Zinsen kann es für viele Konsumenten einen enormen Unterschied machen, wenn die Interessen der Mitglieder an erster Stelle stehen.
Um die aktuelle Inflation einzuordnen: Zu den eindrücklichsten Aussagen gehörten ein Anstieg der durchschnittlichen wöchentlichen Lebensmittelausgaben um 90 % sowie ein Anstieg der Treibstoff- und Gaspreise um 70 %, was viele Haushalte direkt trifft. Wie festgehalten wurde, wird dies unweigerlich dazu führen, dass Menschen Schwierigkeiten haben, ihre Hypotheken zurückzuzahlen. Für Building Societies und andere genossenschaftliche Finanzinstitute bedeutet das, dass der Gedanke der gemeinschaftlichen Fürsorge respektiert und priorisiert werden muss. Ziel muss es sein, Menschen in finanziell schwierigen Situationen zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie ihr Zuhause nicht verlieren.
Diversity & Inclusion
Die Frage, was Vielfalt und Inklusion in einem genossenschaftlichen Finanzinstitut bedeuten, stand im Mittelpunkt vieler Diskussionen. Katharine Birbalsingh CBE, Chair der Social Mobility Commission, hielt am ersten Konferenztag eine aufschlussreiche Keynote zum Thema, und weitere Panelteilnehmende forderten, die Geschlechterlücke in den Leitungsgremien der Building Societies zu schliessen.
Erfreulicherweise hörten wir auch von Erfolgen bei der Geschlechterparität in der Branche. Sheldon Mills von der FCA verwies auf eine Reihe von Studien, die darauf hindeuten, dass ein höherer Frauenanteil in der Geschäftsleitung tendenziell zu einer besseren Unternehmensleistung führt, insbesondere beim Risikomanagement. Diese Erkenntnis war eine wertvolle Erinnerung daran, dass Vielfalt und Inklusion für heutige Finanzorganisationen nicht nur ein ethischer Standard, sondern auch ein strategischer Vorteil sind.
Umwelt & Nachhaltigkeit
Im vergangenen Jahr sind Klimafragen in den Vordergrund gerückt. Vor dem Hintergrund der COP 26 in Glasgow und der neuen klimabezogenen Aufsichtserwartungen der PRA beginnen viele Finanzinstitute, nachhaltige Praktiken zu verankern. Es war spannend zu hören, wie Strategen verschiedener Building Societies auf die Klimaherausforderung reagieren und ESG-Kompetenzen in ihren Unternehmen aufbauen. Auf Branchenebene wurde zudem erwähnt, dass der genossenschaftliche Sektor in einer einzigartigen Position sein könnte, zum Netto-Null-Ziel 2050 der UNO beizutragen.
Consumer Duty
Die neuen Consumer-Duty-Vorschläge der FCA kamen mehrfach zur Sprache. Mit Blick auf die möglichen Auswirkungen auf die Unternehmen sagte BSA-CEO Robin Fieth ausdrücklich, dass nun eine klare Pflicht besteht, die Kundenkommunikation „klar und zeitnah“ zu gestalten. Wie er jedoch auch betonte, lässt sich diese Pflicht als Chance begreifen – eine Chance, das Vertrauen zwischen Building Societies und ihren Mitgliedern zu stärken.
Zudem scheinen die neuen Vorschläge der FCA dem Verständnis Rechnung zu tragen, dass jeder Kunde individuelle Bedürfnisse hat. Dafür ist persönliche Beratung entscheidend. Das kann bedeuten, die passenden Mitgliederdaten zu nutzen, um Interaktionen mehr Wert zu verleihen, oder Wege zu finden, Kommunikationskanäle zu personalisieren.
Aus Sicht von Unblu sind die Auswirkungen der neuen FCA-Vorschläge durchaus vertraut. Tatsächlich ist die transparente digitale Kommunikation zwischen Finanzinstituten und Kunden ein Kernziel der Unblu-Plattform. Wir haben immer wieder gesehen, wie die richtigen Kanäle und Kommunikationstools Mitglieder oder Bankkunden in ihrer finanziellen Gesundheit stärken und Finanzinstituten letztlich helfen, ihrer Consumer Duty gerecht zu werden.
Digitale Innovation
Innovation und digitale Transformation waren an der Veranstaltung zwar präsent, standen aber in keiner Keynote im Mittelpunkt. Mehrfach wurde jedoch angemerkt, dass Technologieanbieter rund 95 % der Ausstellungsfläche belegten. Angesichts der heutigen digitalen Präferenzen der Mitglieder war das nicht anders zu erwarten.
Aus meiner Sicht markiert dies einen Wandel im Stellenwert digitaler Innovation bei Building Societies: vom Branchentrend zur akzeptierten Tatsache im Sektor. Die Fülle an Digital- und Tech-Themen in der Ausstellungshalle (und ihr Fehlen bei den Keynotes) bedeutet keineswegs, dass das Thema weniger wichtig ist – sie spiegelt vielmehr einen Konsens wider: dass alle Building Societies auf digitale Kanäle setzen sollten, um ihre Mitglieder besser zu betreuen.
Die Zukunft genossenschaftlicher Finanzdienstleistungen gestalten
Wir danken der Building Societies Association für ein spannendes Programm mit Rednerinnen und Rednern, Vorträgen und Ausstellern. Es war eine wunderbare Gelegenheit, wieder mit dem Herzen der Branche in Kontakt zu kommen und neue Perspektiven für die Zukunft genossenschaftlicher Finanzdienstleistungen zu gewinnen. Wir freuen uns darauf, diesen Weg an unseren kommenden Events in Grossbritannien fortzusetzen!
Unblu & Building Societies
Unblu unterstützt Building Societies dabei, effiziente, bequeme und kontinuierliche digitale Gespräche mit ihren Mitgliedern zu führen. Als bevorzugte Engagement- und Kollaborationsplattform von über 160 Finanzinstituten weltweit ermöglicht Unblu bedeutsame, sichere und compliance-konforme Interaktionen mit digitalen Tools, die die Erwartungen der Mitglieder übertreffen.
Der nächste Schritt von Unblu

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